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30.10.2017 Montag Ein Vergleich bei der DLRG eingesetzten Rescue Water Crafts

Am vergangenen Wochenende lud der DLRG Bundesverband nach Wolfsburg ein. Anlass ist ein Vergleich der neuesten Rescue Water Craft (RWC) Systeme.

Die Rescue Water Crafts sehen für Außenstehende zuerst aus wie sogenannte Jet-Skis oder auch Wassermotorräder. Durch den Begriff RWC schafft man jedoch eine klare Abgrenzung zu den genannten Fahrzeugen. Grund hierfür sind nicht nur die vielen Extras und Details für die Wasserrettung, sondern auch darauf hinzuweisen, dass es sich um ein Rettungsgerät handelt.

In den letzten Jahren verzeichnete der Bundesverband vermehrt Anfragen bezüglich Wassermotorrädern für die Wasserrettung in den verschiedensten Einsatzgebieten. Um künftig klare Aussagen über Funktion und Nutzen der einzelnen Fahrzeuge zu geben, kam es zum Direktvergleich am Allersee.

Da die Ortsgruppe Cuxhaven schon seit 2002 Erfahrungen mit dem Einsatz von RWC´s hat und seit Anfang diesen Jahres über eines der neuesten RWC-Systeme verfügt, kamen wir der Anfrage gerne nach und konnten uns ebenfalls ein Überblick über die anderen Rescue Water Crafts verschaffen.

Unter den anderen Modellen waren zwei Yamaha Rescue Water Crafts und eine Spezialanfertigung aus Schweden für die dort ansässige Wasserrettung, der „Rescue Runner“. Hinzu kam das Cuxhavener „Sea Doo SAR“, vertreten durch zwei Bootsführer unserer Ortsgruppe.

Es wurden alle Fahrzeuge untereinander gewechselt und gleiche Manöver gefahren, dazu zählten nicht nur die Grundfahrmanöver, sondern auch das Personen-Aufnahme-Verfahren. Zeitgleich wurde auf das allgemeine Verhalten Acht gegeben, dazu zählten Verhalten in der Welle, Wendigkeit, Beschleunigung und viele weitere Faktoren. Um die Systeme auch bei Nacht zu verwenden ist ein Toplicht unumgänglich, auch dies ist ein großer Unterschied zu herkömmlichen Wassermotorrädern.

Der Test-See vor der Kulisse der Autostadt war ideal um auf all diese Eigenschaften einzugehen. Interessant waren die verschiedenen Aufnahmeverfahren, während der Rescue Runner eine integrierte Auflagefläche für Verunfallte am Heck besitzt, haben die anderen drei Modelle einen sog. „Sled“ am Heck befestigt. Dies ist vergleichbar mit einem angehängten Rettungsbrett speziell für die RWCs.

Auch nach dem lernintensiven Wochenende in Praxis und Theorie kann man jedoch von keinem klaren Sieger reden. Es gibt kein Fahrzeug, welches in jedem Revier gleich gut agiert.

Ein Beispiel, der größte Vorteil aller Fahrzeuge ist der geringe Tiefgang und die Wendigkeit, aber auch da gibt es Unterschiede. Ein Fahrzeug, welches schnell auf der Stelle wenden kann ist schnittig und eher langgezogen als breit, dies geht jedoch zu Lasten der Stabilität. So können die beiden Yamaha Rescue Water Crafts zwar enger wenden, dafür ist der Sea Doo SAR der Ortsgruppe Cuxhaven jedoch wesentlich stabiler im Wasser und ideal für den Küsteneinsatz, als Vergleichsfahrzeuge.

Hinzu kommt die Rumpfform und Beschaffenheit, diese ist bei den Yamaha Modellen anders als bei dem Sea Doo und Rescue Runner. Letztere könnten im Ernstfall auch auf rauen Felsen und Steinen branden, ohne Schlimmeres fürchten zu müssen.

Ziel des DLRG Bundesverbandes ist es nun die Ergebnisse schriftlich festzuhalten. Dabei sollen alle Aspekte, sowohl Vor- als auch Nachteile, beleuchtet werden. Dieses Schreiben können dann die Einzelnen Gliederungen verwenden, um für ihr Revier die beste Wahl zu treffen. Hierbei werden jedoch auch andere Aspekte berücksichtigt, wie z.B. der Anschaffungspreis. Leider ist es mit einem Fahrzeug nicht getan, es bedarf ebenfalls eines Trailers, sowie in den meisten Fällen eines Sleds.

Das Wochenende gab Einblick über die verschiedenen Lösungsansätze. Damit einhergehend wurden jedoch auch Optimierungsmöglichkeiten deutlich. Wir werden weiterhin daran arbeiten das Rettungsgerät zu ergänzen und sind dabei auf Spenden angewiesen.

Kategorie(n)
Berichte - SEG

Von: Mike Brodhagen / Sören Schwerz

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